Alle InsightsAutomatisierungstrends

Low-Code/No-Code für die Integration von bestehenden Förderanlagen

Erfahren Sie, wie europäische Lagerhäuser Low-Code/No-Code-Plattformen nutzen, um veraltete Fördersysteme zu modernisieren. Dieser Ansatz überbrückt die Lücke zwischen alter Hardware und neuer Software, senkt die Integrationskosten und verlängert die Lebensdauer von Anlagen ohne aufwändige Programmierung.

Aktualisiert 8 Min. Lesezeit
Eine moderne Förderstrecke integriert sich nahtlos in ein älteres, bestehendes Fördersystem in einem europäischen Lager und zeigt das Konzept der Modernisierung.
TL;DR: Low-Code/No-Code-Plattformen ermöglichen eine schnelle Integration von Altsystemen der Fördertechnik mit modernen WES/WMS. Dieser Ansatz kann die Softwareentwicklungskosten um bis zu 70 % und die Bereitstellungszeit um 50 % reduzieren, was ihn zu einer entscheidenden Strategie für europäische Lager macht, die modernisieren möchten, ohne die Hardware komplett auszutauschen.

Viele europäische Distributionszentren arbeiten mit zuverlässiger, aber veralteter Förderhardware. Obwohl diese Altsysteme mechanisch einwandfrei sind, fehlt ihnen oft die digitale Konnektivität, um in einem modernen, automatisierten Ökosystem zu funktionieren. Ein vollständiger Austausch ist unerschwinglich teuer. Hier schaffen Low-Code- und No-Code-Plattformen einen Paradigmenwechsel, indem sie eine kostengünstige, agile Lösung bieten, um bestehender Infrastruktur neues Leben einzuhauchen.

Definition

Low-Code/No-Code-Integration ist die Nutzung von Softwareplattformen, die es Benutzern ermöglichen, Systeme zu verbinden, Anwendungen zu erstellen und Prozesse zu automatisieren, indem sie grafische Benutzeroberflächen und vorgefertigte Module anstelle von traditioneller, zeilenweiser Programmierung verwenden. In der Logistik ermöglicht dieser Ansatz Lagerpersonal, ältere SPS-gesteuerte Förderbänder mit minimalem individuellem Programmieraufwand an ein zentrales WES oder WMS anzubinden.

Kennzahlen

MetrikTypischer Bereich (EU 2026)Anmerkungen
Reduzierung der Integrationskosten50 % - 70 %Im Vergleich zu benutzerdefinierter Middleware/SPS-Neuprogrammierung.
Reduzierung der Bereitstellungszeit40 % - 60 %Reduzierte Kodierungs-, Test- und Debugging-Zyklen.
Erforderliche Schulungsstunden10 - 40 StundenFür Betriebspersonal, um grundlegende Logikänderungen vorzunehmen.
ROI für Integrationsprojekt1 - 2,5 JahreBasierend auf verlängerter Anlagennutzungsdauer und Effizienzsteigerungen.
Datenabfrage-/Aktualisierungsrate50 ms - 500 msErreichbare Latenz zwischen alter SPS und modernem WES.
Abonnementkosten (SaaS)2.000 € - 15.000 € /JahrAbhängig von der Anzahl der Verbindungen (Tags) und dem Datenvolumen.

Die Kernherausforderung: Die digitale Kluft überbrücken

Veraltete Fördersysteme, insbesondere solche, die vor 2010 installiert wurden, werden oft von isolierten speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) gesteuert. Diese Steuerungen sind robust, sprechen aber veraltete oder proprietäre Protokolle. Sie wurden nicht für die Kommunikation mit modernen, API-gesteuerten Warehouse Execution Systems (WES) oder Warehouse Management Systems (WMS) entwickelt. Dies schafft ein digitales Silo. Das Förderband bewegt Kartons, aber das zentrale Gehirn des Lagers hat keine Sichtbarkeit oder Kontrolle, was zu Ineffizienzen, manuellen Umgehungslösungen und der Unfähigkeit führt, dynamische Strategien wie das Zonen-Routing zu implementieren.

Traditionelle Integration: Langsam und teuer

Die herkömmliche Methode zur Lösung dieses Problems erfordert einen erheblichen Aufwand an Softwareentwicklung:

  1. Einstellung von Spezialisten: SPS-Programmierer und Softwareentwickler, die sowohl die Low-Level-Industrieprotokolle als auch moderne IT-Architekturen verstehen, sind selten und teuer.
  2. Benutzerdefinierte Middleware: Die Entwicklung einer benutzerdefinierten Software-Brücke zur Übersetzung von SPS-Daten für das WMS. Dies ist ein mehrmonatiges Projekt, das umfangreiche Programmierung, Tests und Debugging umfasst.
  3. Starrheit: Einmal erstellt, ist diese benutzerdefinierte Middleware unflexibel. Jede Änderung der Betriebslogik – wie das Hinzufügen einer neuen Weiche oder das Ändern einer Sortierregel – erfordert eine weitere Entwicklungsrunde.

Diese hohen Kosten und die Starrheit führen oft dazu, dass Unternehmen die Modernisierung aufschieben, was zu einer Stagnation ihrer Prozesse führt, selbst wenn das Unternehmen wächst. Wie wir bei vielen Kunden gesehen haben, hält die Prozessentwicklung nicht immer mit dem Unternehmenswachstum Schritt, was zu erheblichen betrieblichen Engpässen führt.

Wie Low-Code-Plattformen die Lösung bieten

Low-Code-Plattformen fungieren als universeller Übersetzer und visueller Workflow-Builder. Sie sind speziell dafür konzipiert, unterschiedliche Systeme durch ein Konzept zu verbinden, das als "Konnektoren" oder "Adapter" bekannt ist.

Wichtige Funktionen für die Förderbandintegration

  • Vorgefertigte Konnektoren: Diese Plattformen werden mit Bibliotheken von Konnektoren für Hunderte von Industrie- und IT-Systemen geliefert. Dazu gehören Konnektoren für SPS (z.B. Siemens S7, Allen-Bradley), Kommunikationsstandards wie OPC UA und moderne REST/SOAP-APIs, die von WMS/WES verwendet werden.
  • Visuelle Workflow-Engine: Anstatt Code zu schreiben, kann ein Betriebsleiter logische Blöcke per Drag-and-Drop ziehen, um einen Prozess zu definieren. Zum Beispiel: "WENN `Sensor_A` auf `Foerderband_1` WAHR wird, DANN rufe `WMS_API` auf, um das Ziel zu erhalten, WENN das Ziel `Verpackungszone_B` ist, DANN aktiviere `Weiche_3`."
  • Datentransformation: Sie bieten Werkzeuge zur einfachen Zuordnung und Transformation von Daten. Ein einfaches binäres Signal von einer SPS (0/1) kann in eine aussagekräftige JSON-Nachricht (z.B. `{"status": "box_present"}`) für das WMS umgewandelt werden.

Ein praktisches europäisches Beispiel

Stellen Sie sich ein 15 Jahre altes Rollenfördersystem in einem deutschen Lager für Autoteile vor. Das System verwendet Siemens S5-SPS. Ziel ist es, es in ein neues Cloud-basiertes WES zu integrieren, um ein dynamisches Routing basierend auf Echtzeit-Bestellungen zu ermöglichen. Mit einer Low-Code-Plattform kann der Integrationsspezialist den "Siemens S5"-Konnektor und den "REST-API"-Konnektor auswählen. Er ordnet die SPS-Speicheradressen (z.B. Sensoreingänge, Motorausgänge) visuell den API-Aufrufen zu und wandelt die Rohdaten in ein Format um, das das WES versteht. Die gesamte Logik kann in weniger als einer Woche erstellt und getestet werden, zu Kosten von unter 20.000 €, im Vergleich zu einem 3-monatigen, über 100.000 € teuren benutzerdefinierten Projekt.

Vergleich der Integrationsansätze

Der Unterschied zwischen traditioneller benutzerdefinierter Programmierung und einem Low-Code-Ansatz ist deutlich, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), bei denen Budget und IT-Ressourcen begrenzt sind.

Aspekt Traditionelle benutzerdefinierte Integration Low-Code-Plattform-Integration
Anfangskosten Hoch (50.000 € - 250.000 €+) Niedrig bis mäßig (5.000 € - 40.000 €)
Zeit bis zur Bereitstellung 3 - 9 Monate 1 - 4 Wochen
Erforderliche Fähigkeiten Spezialisierte SPS- & Backend-Entwickler IT-affiner Betriebsleiter, Prozessingenieur
Flexibilität bei Änderungen Niedrig; erfordert neuen Entwicklungszyklus Hoch; Änderungen können in Stunden über GUI vorgenommen werden
Wartung & Support Abhängig vom ursprünglichen Entwickler/internen Team Wird vom Plattformanbieter gehandhabt (Updates, Sicherheit)

Verlängerung der Lebensdauer von Anlagen und Steigerung des ROI

Indem sie eine digitale, flexible Schicht um mechanisch einwandfreie Hardware legen, verlängern Low-Code-Plattformen direkt die Nutzungsdauer von Altförderern. Ein System, das möglicherweise für einen millionenschweren Austausch vorgesehen war, kann nun weitere 5-10 Jahre effektiv funktionieren. Dies verändert die ROI-Berechnung erheblich. Anstelle einer massiven Kapitalinvestition (CAPEX) in neue Hardware wird die Investition zu einer viel kleineren Betriebsausgabe (OPEX) für das Abonnement der Low-Code-Plattform und geringen Projektkosten für die Integration. Dies macht die Modernisierung zugänglich und finanziell tragbar, sodass Lager von intelligenter Automatisierung profitieren können, ohne das Budget zu sprengen. Für einen tieferen Einblick in die Optimierung von Lager-Software-Schichten bietet unser Leitfaden zur Integration von WMS, WCS und WES einen umfassenden Überblick.

Positionierung als vertrauenswürdiger Partner: Easy Systems

Bei Easy Systems verstehen wir, dass es bei der Lagerautomatisierung nicht nur um die Installation neuer Hardware geht, sondern um intelligente Integration und Prozessoptimierung. Obwohl wir hochmoderne modulare Fördersysteme entwickeln, erkennen wir die Realität gemischter Hardware-Umgebungen an. Unsere Philosophie ist pragmatisch: Nutzen Sie, was funktioniert, und rüsten Sie auf, was nicht funktioniert. Wir können als Ihr strategischer Partner fungieren, um zu identifizieren, welche Teile Ihres Altsystems erhaltenswert sind. Indem wir unsere modernen, modularen Förderer mit Ihren bestehenden Anlagen integrieren – möglicherweise unter Verwendung von Low-Code-Strategien für die Konnektivität – schaffen wir ein zusammenhängendes, zukunftssicheres Ökosystem. Dieser hybride Ansatz, der das Beste aus Alt und Neu kombiniert, stellt sicher, dass Sie einen maximalen ROI und operative Agilität ohne die unnötigen Kosten einer kompletten Überholung erreichen. Vertrauen Sie darauf, dass Easy Systems eine Lösung entwirft, die Ihr Budget respektiert und mit Ihrem Unternehmen wächst.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptvorteil der Verwendung von Low-Code für die Förderband-Integration?+

Der Hauptvorteil ist eine drastische Reduzierung von Zeit und Kosten. Integrationsprojekte, die traditionell 3-6 Monate dauerten und über 100.000 € kosteten, können oft in wenigen Wochen für unter 40.000 € abgeschlossen werden, was die Modernisierung für europäische KMU wesentlich zugänglicher macht.

Kann eine Low-Code-Plattform mit sehr alten SPS kommunizieren?+

Ja, viele führende Low-Code/No-Code-Plattformen (wie Ignition, Node-RED oder Kepware) verfügen über umfangreiche Treiberbibliotheken, die jahrzehntealte SPS-Modelle von Siemens, Allen-Bradley und anderen unterstützen. Sie verwenden oft Standards wie OPC UA als Brücke, um die Kompatibilität mit Hardware aus den 1990er und 2000er Jahren zu gewährleisten.

Benötige ich einen Programmierer, um ein mit Low-Code integriertes System zu verwalten?+

Nein, nicht für alltägliche Änderungen. Während die Ersteinrichtung möglicherweise einen Integrationsspezialisten erfordert, ist das Ziel, Ihre Betriebsleiter oder Prozessingenieure vor Ort zu befähigen. Sie können die grafische Oberfläche verwenden, um die Logik zu optimieren oder Parameter in wenigen Stunden zu ändern, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.

Ist eine Low-Code-Integration zuverlässig genug für ein 24/7-Lager?+

Absolut. Diese Plattformen sind für industrielle Umgebungen gebaut und sehr robust. Sie bieten Funktionen wie Hochverfügbarkeit, Failover und detaillierte Protokollierung. Bei korrekter Konfiguration kann eine Low-Code-Integrationsschicht Verfügbarkeitsraten von über 99,9 % erreichen, was mit traditionellen codierten Lösungen vergleichbar ist.

Wie wirkt sich die Low-Code-Integration auf meine Datensicherheit aus?+

Seriöse Low-Code-Plattformen werden unter Berücksichtigung moderner Sicherheitsstandards entwickelt. Sie verwalten Verbindungen über sichere Protokolle, bieten benutzerbasierte Berechtigungen und werden oft vor Ort (on-premise) oder in einer privaten Cloud bereitgestellt, sodass Ihre Betriebsdaten unter Ihrer Kontrolle bleiben. Dies ist oft sicherer als maßgeschneiderte Lösungen, die möglicherweise keinen strengen Sicherheitsaudits unterzogen werden.

Von
Easy Systems Engineering Team — Conveyor & Warehouse Automation Engineers
Easy Systems Engineering Team
Conveyor & Warehouse Automation Engineers

The Easy Systems engineering team designs, integrates and commissions conveyor systems and warehouse automation across Belgium, the Netherlands and Luxembourg. Combined experience covers roller and belt conveyors, sorters, AGV/AMR fleets, AutoStore, shuttle AS/RS and WMS/WCS integration for distribution centers and e-commerce fulfillment operations.

  • Conveyor design (roller, belt, modular plastic)
  • Sortation & merge logic
  • AGV / AMR fleet integration
  • AutoStore & shuttle AS/RS
  • WMS / WCS integration
LinkedIn
Easy Systems
Partner Spotlight · Easy Systems

Planning a new conveyor or automation project?

Easy Systems designs and installs internal transport, conveyor and warehouse automation systems across the Benelux. Tell them about your flow — they'll come back with a system that scales.

Weiterlesen

Mehr aus Automatisierungstrends.